- Spielplan
- Spielzeit 26/27
- Premiere
Open Call: Oklahama
nach dem »Naturteater«-Fragment von Franz Kafka
Ein zweifelhaftes Versprechen mit ungewissem Ausgang
»Jeder ist willkommen!« Ungläubig und zugleich hoffnungsvoll liest Karl Roßmann den Aufruf, sich zwecks Jobsuche beim »Naturteater von Oklahama« zu melden. Dort werden angeblich alle gebraucht. Was für eine Verheißung am Ende einer Odyssee!
Für Karl spulte sich der amerikanische Traum bislang rückwärts ab: In bester kapitalistischer Manier hat die Arbeitswelt den jungen Einwanderer bereits mehrfach verschluckt und unverdaut wieder ausgespuckt. Etliche Stufen weiter unten natürlich. Der (Anti-)Held versucht, Teil eines Spiels zu werden, dessen Regeln er nicht durchschaut. Hier im Theater scheint das Happy End plötzlich zum Greifen nah. Oder klingt das Versprechen von Zugehörigkeit und Sinn zu schön, um wahr zu sein? Irgendetwas erscheint merkwürdig an dieser Theatertruppe …
Kafkas Fragment Das Naturteater von Oklahama wurde posthum als letztes Kapitel des Romans Amerika einsortiert. Die skurrilen Situationen bergen gleichermaßen haarsträubende Komik wie überraschend aktuelle, politische Gegenwartsbezüge. Wie gemacht für Tomas Schweigens abgründig-humorvolles Spiel mit Bedeutungsebenen, wird Oklahama zum Ausgangspunkt einer wahnwitzigen Reise zu unseren Sehnsüchten und Verheißungen der modernen Welt.
Team
Text nach Franz Kafka und Regie Tomas Schweigen
Bühne und Kostüme, Video Stephan Weber
Musik Martin Gantenbein
Dramaturgie Linda Best